Noch
mal nach Oregon! Zurück in Seattle buchte ich eine Zugfahrt mit dem
Coastal Starlight nach San Francisco und zurück. So eine Fahrt mit
dem Coastal Starlight ist schon ein besonderes Erlebnis. Einmal bietet
der Zug seinen Passagieren viel Komfort und Bewegungsfreiheit. Das Beste
aber ist es, wenn man im Aussichtswaggon sitzt und der Zug mit langsamen
Tempo die Wildnis der Berge von Oregon passiert. Auch nach Einbruch der
Dunkelheit konnte man die Aussicht genießen, da die Nacht mondhell
und sternenklar war. Vielleicht führten helle Nächte zur Namensgebung
des Zuges.

Am frühen Morgen wurde ich in San Francisco von dem berüchtigten
Nebel, der ganz gemein die Aussicht auf die Golden Gate Bridge versperrt,
empfangen. Natürlich mit viel zu viel Gepäck beladen wanderte
ich über die Market Street, der zentralen Staße von San Francisco,
vorbei an Shopping Malls und Luxus-Hotels und suchte die Touristeninformation
um mir hier ein vernünftiges Hotelzimmer vermitteln zu lassen. Auf
Anhieb konnte ich sie aber nicht finden. Plötzlich verschwanden
Malls und Luxus-Hotels. Überig blieben traurige Häuser und entsprechende
Gestalten. Einige davon wiesen einen Grad an Verelendung auf, wie ich es
nie vorher gesehen habe. Ich hatte das Gefühl unbedingt sofort mit
meinem Gepäck von der Straße verschwinden zu müssen und
nahm das nächstgelegene Hotel. Dieses Haus vermittelte zwar den Eindruck,
dass es als Absteige für Selbstmörder diene. Aber das Personal
erschien zuverlässig und mein Gepäck war in Sicherheit. Inzwischen
war der Nebel verschwunden und es herrschte strahlender Sonnenschein. Nach
den ersten zwiespältigen Eindrücken bemerkte ich, dass ich es
gar nicht so schlecht getroffen hatte. Mein Hotel war nur wenige Fußminuten
von der Cable Car Station Powell St. entfernt. Dieser Ort erwies sich als
idealer Ausgangspunkt für Exkursionen in alle Richtungen. Mit einem
Nahverkehrspass konnte ich Cable Cars, Metro und Autobusse im gesamten
Stadtgebiet nutzen und habe davon auch ausgiebig Gebrauch gemacht.